Was ist ein Miteigentumsanteil

Was ist ein Miteigentumsanteil

Der Begriff “Miteigentumsanteil” entstammt dem WoEigG (Wohnungseigentumsgesetz) und ist der Anteil am gemeinschaftlichen Eigentum in Verbindung mit dem Sondereigentum. Beim Sondereigentum wird darüber hinaus unterschieden in Wohnungseigentum und Teileigentum.

  • Wohnungseigentum: Wohnungseigentum ist das Sondereigentum an einer Wohnung in Verbindung mit dem Miteigentumsanteil an dem gemeinschaftlichen Eigentum, zu dem es gehört (§ 1 Abs. 2 WoEigG)
  • Teileigentum: Teileigentum ist das Sondereigentum an nicht zu Wohnzwecken dienenden Räumen eines Gebäudes in Verbindung mit dem Miteigentumsanteil an dem gemeinschaftlichen Eigentum, zu dem es gehört (§ 1 Abs. 3 WoEigG)
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Wie entsteht ein Miteigentumsanteil?

Wenn eine Immobilie nach WEG geteilt wird (Eigentumswohnungen entstehen), legt der teilende Eigentümer fest, welche Wohnung wie viele Miteigentumsanteile (Abkürzung: MEA) erhält.
In der Regel beträgt die Summe aller Miteigentumsanteile 1.000 MEA oder ein Vielfaches wie z.B. 10.000 MEA oder auch 100.000 MEA.

Der Miteigentumsanteil sollte dabei möglichst fair den Anteil am Gemeinschaftseigentum in Verbindung mit der Größe des Sondereigentums wiederspiegeln – so beruht er z.B. oft auf dem Verhältnis der Wohnfläche der einzelnen Wohnungen. Dies ist aber nur eine Empfehlung, solange der teilende Eigentümer den Miteigentumsanteil nicht unangemessen verteilt, ist er in der Verteilung völlig frei. Erdgeschoss Wohnungen halten beispielsweise oft einen höheren Miteigentumsanteil, da diese Wohnungen ggf. ein Nutzungsrecht am Garten haben.

Wofür wird der Miteigentumsanteil verwendet?

Im WoEigG heißt es dazu im § 16 Abs. 1 Satz 1 WoEigG: Jedem Wohnungseigentümer gebührt ein seinem Anteil entsprechender Bruchteil der Nutzungen des gemeinschaftlichen Eigentums.

Wichtiger wird der Miteigentumsanteil aber in seiner Rolle als Abrechnungsmaßstab der Kosten der Wohnungseigentumsanlage. Nach § 16 Abs. 2 WoEigG trägt nämlich jeder Eigentümber die Kosten und Lasten für Instandhaltung, Instandsetzung und der gemeinschaftlichen Verwaltung in Höhe seines Miteigentumsanteils.

Beispiel: Die WEG besteht aus 1.000 MEA, Eigentümer A hält 850 MEA, Eigentümer B hält 150 MEA. Die Kosten für Instandhaltung belaufen sich im Abrechnungsjahr auf 1.000 EUR. Somit trägt Eigentümer A anteilig 850 EUR und Eigentümer B anteilig 150 EUR für die Instandhaltung.

Es ist zu beachten, dass die Verteilung der Kosten und Lasten in Höhe des Miteigentumsanteils die gesetzliche Regelung darstellt. Jedoch kann bereits in der Teilungserklärung der WEG ein abweichender Verteilungsmaßstab festgelegt sein.

Abweichungen vom Miteigentumsanteil?

Mit Stimmenmehrheit können die Eigentümer beschließen, dass Kosten der Eigentümergemeinschaft abweichend von § 16 Abs. 2 WoEigG verteilt werden. So wäre z.B. denkbar, dass die Kosten der Verwaltung des gemeinschaftlichen Eigentums nach dem Verteiler “Anzahl Sondereigentum” verteilt werden; in diesem Fall trägt jedes Wohn- oder Teileigentum Verwaltungskosten in gleicher Höhe – unabhängig von der Höhe des Miteigentumsanteils des Sondereigentums.

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